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Jagdschein (FAQ)

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Auf dem Weg zum Jagdschein!


Jagd ist kein Hobby, sondern ein mit Passion ausgeübtes Handwerk. Es erlaubt die Nutzung von Wildtieren und erfordert deshalb ein besonders hohes Maß an Verantwortung gegenüber den Wildtieren, der Natur und unseren Mitmenschen. Darüber hinaus übernimmt der Jäger den gesetzlichen Auftrag Wildtierbestände gesund zu erhalten, deren Lebensräume zu schützen und Wildschäden zu vermeiden. Es gibt viele Gründe die Jagd auszuüben, gemeinsam ist uns Jägern die Liebe zur Natur und den Tieren. Falls Sie diesen Weg gehen wollen, wird er Ihr zukünftiges Leben verändern. Sie werden die Natur mit anderen Augen sehen, ihre Sinne für bisher unbeachtetes entdecken und in unserer Natur mehr als einen Freizeitort sehen. Falls Sie diesen Weg gehen wollen, werden Sie sich aber auch der schwierigsten außerberuflichen Prüfung stellen. Darauf und auf Ihr zukünftiges Jägerleben wollen wir sie vorbereiten.

Vor der Ausbildung

Es gibt verschieden Arten des „Jagdscheines“, die generell im gesamten Bundesgebiet zur Ausübung der Jagd berechtigen.

Jahresjagdschein:
Dieser berechtigt Personen ab dem 18. Geburtstag zur Jagdausübung für die Dauer von 1 bis 3 Jahren (je nach Ausstellungsdauer).

Jugendjagdschein:
Der Jugendliche kann unter den gleichen Bedingungen wie ein Erwachsener die Jägerprüfung ablegen. Der Jugendjagdschein berechtigt ab dem 16. Geburtstag zur Jagdausübung in Begleitung einer jagdlich erfahrenen Aufsichtsperson. Die Teilnahme an Gesellschaftsjagden ist ebensowenig erlaubt, wie der Waffenbesitz. Mit dem 18. Lebensjahr kann ohne weitere Prüfung ein Jahresjagdschein gelöst werden. Darüber hinaus gibt es noch Tages-, Ausländer-, und Falknerjagdscheine für die besondere Regelungen gelten.

Alter: mindestens 15 Jahre

Zuverlässigkeit: Tadelloses polizeiliches Führungszeugnis

Persönliche Voraussetzungen: geistige und körperliche Eignung sowie hohes Engagement (Bereitschaft zu selbstständigem Lernen)

Ausbildung

Unser Ausbilderteam bereitet die Teilnehmer in ca. 180 Std. theoretischem und praktischem Unterricht, sowie in der Schießausbildung auf die Jägerprüfung vor. Dies kann in unterschiedlichen Kursformen geschehen:

Wochenendkurs
An ca. 7 Wochenenden (Freitagnachmittag bis Sonntagabend) wird auf die Prüfung vorbereitet.
Vorteile: geringer Verbrauch von Urlaubstagen, genügend Nachbereitungszeit im Verlauf der Woche.
Nachteil: Doppelbelastung Beruf – Jagdschule

Intensivkurs
Die Ausbildung findet in drei Intensivwochen statt und ist i.d. R. als Ferienkurs ideal für alle Schüler, Studenten und Jagdscheinanwärter, die kompakt und in kürzester Zeit ihren Jagdschein erhalten wollen.

Der Theorieunterricht findet in Bad Dürkheim und das Schießen auf den Ständen in Morschheim und Kirchheimboladen statt.

  • Wildbiologie:
    Kenntnisse der heimischen Tierarten (nicht nur der jagdbaren) sowie deren Lebensweisen und Biotopansprüchen.
  • Waffenkunde:
    Waffenrecht, Waffentechnik, Ballistik, Aufbewahrung, Pflege und Handhabung von Jagdwaffen, Munition und Optik sowie Sicherheitsbestimmungen.
  • Recht:
    Nationale und internationale Regelungen aus Jagdrecht, Waffenrecht, Tier- und Naturschutzrecht, Landschaftspflegerecht, Umweltgesetzgebung sowie länderspezifische Verwaltungs- und Unfallverhütungsvorschriften.
  • Jagdbetrieb:
    Feld- und Waldbau, Wildschadensverhütung, Planung und Durchführung verschiedener Jagdformen, Jagdeinrichtungen, Fallenjagd, Unfallverhütungsvorschriften, jagdliches Brauchtum.
  • Jagdhunde:
    Jagdhunderassen und ihr Einsatz, Haltung, Ausbildung, Krankheiten, Tierschutz.
  • Wildkrankheiten:
    Bakterielle und virale Krankheiten und Seuchen bei Wildtieren, Parasitärer Befall, rechtliche Vorgaben, Beurteilung  auf bedenkliche Merkmale.
  • Behandlung von erlegtem Wild:
    Rechtliche Vorgaben, Behandlung von Wild um ein hochwertiges Lebensmittel zu gewinnen, Gewinnung von Bälgen und Trophäen.

Je nach Jahreszeit erfolgen Exkursionen, die zur Bestimmung von Bäumen und Sträuchern, Wild- und Nutzpflanzen, der Wildschadenserkennung und dem Erkennen von Hinweisen auf Wildtiere dienen. Außerdem erlernen die Teilnehmer über Wildbrethygiene und das Zerwirken von Wild alles über die Verwertung des erlegten Stückes bis zur küchenfertigen Delikatesse. Zusätzlich gewähren uns wechselnde Gäste interessante Einblicke in die tägliche Jagdpraxis.

Zur Vermeidung von Unfällen richten wir größte Aufmerksamkeit auf den sicheren Umgang mit Waffen und Munition. Außerdem ist der präzise Schuss die Grundvoraussetzung für eine tierschutzgerechte Tötung von Wildtieren. Darauf bereiten wir in einer Vielzahl von Ausbildungseinheiten mit mehreren Ausbildern vor.

An folgenden Waffen / Disziplinen werden Sie ausgebildet:

Kugelwaffe = Büchse:

  • Hier üben wir sitzend aufgelegt auf eine Überläuferscheibe in 100 m Entfernung, stehend angestrichen (angelehnt an einen Pfahl) auf eine Bockscheibe in 100 m und stehend freihändig auf eine „laufende Keilerscheibe“ in 50 m Entfernung.

Schrotwaffe = Flinte:

  • Hier üben wir auf Rollscheiben, die aus wechselnder unbekannter Richtung in 25 m Entfernung beschossen werden.

Kurzwaffe = Pistole oder Revolver:

  • Hier üben wir Handhabung und treffen auf eine Keilerscheibe in einer Entfernung von 7 m.

1. Schießprüfung
Voraussetzung zur weiteren Prüfungsteilnahme. Sicherer Umgang mit Waffen und Munition. Flintenschießen. Büchsenschießen. Schießen mit einer Kurzwaffe

2. Schriftliche Prüfung
Fragenkatalog aus 120 Fragen. Aus 6 Sachgebieten jeweils 20 Fragen mit einer oder mehreren Auswahlantworten.

3. Mündlich praktische Prüfung
Jeweils ca. 10-minütiges Prüfungsgespräch in 6 Sachgebieten.

  1. Tierarten, Wildbiologie, Wildhege (einschließlich Ökologie des Wildes)
  2. Land- und Waldbau, Wildschadensverhütung, Jagdbetrieb (einschließlich Unfallverhütung und des erforderlichen jagdlichen Brauchtums), Führung von Jagdhunden.
  3. Waffenrecht, Waffentechnik, Umgang mit Waffen und Munition (insbesondere Führung von Jagdwaffen einschließlich Kurzwaffen)
  4. Behandlung des erlegten Wildes unter besonderer Berücksichtigung der hygienisch erforderlichen Maßnahmen, Beurteilung der gesundheitlich unbedenklichen Beschaffenheit des Wildbrets, insbesondere auch hinsichtlich seiner Verwendung als Lebensmittel
  5. Jagdrecht
  6. Tierschutz-, Naturschutz- und Landschaftspflegerecht.

Die Kursgebühren 2018 betragen 1.800 € pro Teilnehmer.

Darin enthalten sind alle Unterrichts- und Lehrmaterialien, Nutzung der Schießstände, Munition und die Jagdhaftpflichtversicherung für die Dauer der Ausbildung.

Nicht enthalten ist die Verpflegung während der Unterrichtzeiten sowie die Prüfungsgebühr des Landes Rheinland-Pfalz (derzeit 258 €, Stand 2017).

An den Ausbildungstagen wird in unseren Räumlichkeiten für die Teilnehmer optional ein Mittagessen angeboten

Unsere Vorbereitungskurse auf die Jägerprüfung sind nach dem rheinland-pfälzischen Bildungsfreistellungsgesetz anerkannt als Fortbildungsveranstaltungen. Arbeitnehmer können ohne Anrechnung auf die Urlaubstage am Kurs teilnehmen. Der Arbeitgeber erhält den Lohnausfall erstattet.

Voraussetzungen beim Arbeitnehmer:

  • Es muss im weitesten Sinne ein Bezug zum Tätigkeitsfeld des Arbeitnehmers vorliegen, wobei sich dieser Bezug nicht nur auf das aktuelle Beschäftigungsfeld des Arbeitnehmers beschränken muss.
  • Der Teilnehmer muss mindestens 6 Monate beschäftigt gewesen sein.
  • Arbeitgeber mit weniger als 5 Beschäftigten müssen nicht freistellen - können dies aber tun.

Vorgehensweise:

  • Anmeldung an unserem Kurs
  • Antragsformular ausfüllen
  • Spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn beim Arbeitgeber anmelden.
  • Teilnahmebestätigung beim Arbeitgeber abgeben.

Nach der Ausbildung

  1. Jagdhaftpflichtversicherung abschließen
  2. Passbilder anfertigen
  3. Mit dem Prüfungszeugnis zur Unteren Jagdbehörde gehen und den Jagdschein für 1, 2 oder 3 Jahre ausstellen lassen.

Wie Sie in Ihrer Ausbildung gelernt haben, wird in Deutschland in Revieren gejagt. Haben Sie Kontakt zu einem Revierinhaber, lädt dieser gerne zur Jagd ein (in Begleitung des Revierinhabers) oder er stellt ihnen einen Jagderlaubnisschein aus, der Sie berechtigt auch allein in dessen Revier die Jagd auszuüben.

Auch da gibt es viele Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen: Einzelabschüsse werden von allen Forstämtern angeboten. In der Jagdpresse und den Mitteilungsblättern der Jagdverbände suchen Revierinhaber nach Jägern, die sich engagieren möchten. Bei den jagdlichen Organisationen entstehen Kontakte bei den einzelnen Fachsparten. Besuchen Sie die Schießstände, die Bläsergruppe, den Hundekurs, das Damenschießen oder die „Jungen Jäger“.